Politische Woche 2026 

 Während die Mittelstufe in der „Woche der Herausforderungen“ neue Erfahrungen sammelte, stand die Woche für den 12. Jahrgang im Lichte der kommenden Wahlen für das Berliner Abgeordnetenhaus. Unter Leitung von Frau Lawrenz, Herrn Mentzel-Richter und Frau Wallin durchläuft der 12. Jahrgang der HBO zum zweiten Mal die „Politische Woche“ und soll so die eigene Urteilsbildung und das Selbstverständnis als Mitglied der demokratischen Gesellschaft schärfen.  

Der Höhepunkt der Veranstaltungswoche war die Debatte mit Vertretern politischer Parteien in unserer Aula am 25. Juni.

Der Beginn der  Woche stand im Fokus der inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Im Vorfeld hatten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 12, 11 und der Wahlpflichtkurs Politik von Frau Lawrenz im Unterricht Themenfelder für die Debatte gewählt. Besonders großes Interesse bestand an „Mobilität und Stadtentwicklung“, „Frauen und Gleichstellung“ und „Antidiskriminierung, Integration und Vielfalt“.

In verschiedenen Räumen konnten die Schülerinnen und Schüler Unterthemen der Politikfelder bearbeiten, sich in die Wahlprogramme der Parteien einarbeiten und darauf aufbauend Fragen formulieren, die in der Veranstaltung am 25. Juni durch die beiden Moderatorinnen gestellt werden sollten. Hierbei lag der Fokus auf der Landes- und Bezirkspolitik.

Am Mittwoch trafen sich alle vor dem Bundespresseamt. Dort erhielten wir einen Input zur Arbeitsweise des Informationsdienstes der Bundesregierung und der Rolle von Social Media sowie der Bedeutung einer schnellen Prüfung von Informationen im Hinblick auf Falsch- und Desinformationen. Dieses Thema stand auch im Fokus eines Workshops im Europäischen Haus, den wir anschließend besuchten.  

Am Donnerstag waren alle im Berliner Abgeordnetenhaus bei der Abgeordneten für Hakenfelde Frau Meißner (CDU). Wir erhielten die Möglichkeit, mit Frau Meißner und ihrem Kollegen Herrn Dr. Naß ins Gespräch zu kommen. Die Schülerinnen und Schüler stellten dabei u.a. interessierte Fragen zum Fokus der Politik auf Jugendliche und Formen politischer Beteiligung. Im Anschluss besuchten wir die Plenarsitzung und konnten politische Debattenkultur live erleben, bevor wir bei einer Führung durch das Gebäude unter anderem den geringen Frauenanteil unter Berlins Ehrenbürger*innen reflektierten. 

Am Freitag begrüßte der Bezirksbürgermeister Spandaus Frank Bewig (CDU) die Schülerinnen und Schüler im Saal der Bezirksverordnetenversammlung. Er stellte sich den vielfältigen Fragen zur Bezirkspolitik und animierte die jungen Wählenden zur aktiven Teilnahme an der Bezirkspolitik, bspw. im Spandauer Jugendparlament.

Den Abschluss der Woche bildete eine gemeinsame Reflektion im Kulturhaus Spandau. Dort wurden die Fragen für die Debatte final ausformuliert.

Am 25. Juni kamen bei tropischen Temperaturen Vertreter von CDU, AfD, Grünen, Linke, SPD und BSW in unserer Aula zusammen. (Die Einladung erfolgte im November 2025 aufgrund der damaligen Wahlprognosen. Eingeladen war die jeweilige Landesebene, die aufgrund von Verpflichtungen im Abgeordnetenhaus z.T. Vertreter aus der Bezirkspolitik schickte).
Die Teilnehmer stellten sich den Fragen der Schülerschaft, welche sie im Nachgang an die Veranstaltung für ihre Tiefgründigkeit lobten. Als besondere Herausforderung erwies sich dabei das Zeitlimit von einer Minute pro Teilnehmer. Spannend war auch der erstmals durch zwei Lehrkräfte durchgeführte Faktencheck an der Seitenlinie, der manches Argument durch aktuelle Zahlen in ein anderes Licht rückte. 

In der späteren Auswertung der Veranstaltung wurden einzelne Aussagen der Politiker nochmal kritisch beleuchtet und der Prozess der eigenen Urteilsbildung reflektiert. Am Ende waren sich alle einig, dass eine solche Veranstaltung in jedem Schuljahr stattfinden sollte. Ein Wunsch, dem der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften gerne nachkommt.
 

Text: C. Lawrenz
Fotos: C. Wallin und C. Lawrenz