Trialog-Projekt zu Gast im Team Gelb
Am 12. Februar 2025 war das Trialog-Projekt des Transaidency e.V. und der Gesellschaft im Wandel gUG zu Gast im 10. Jahrgang des Teams Gelb.
Vielen scheint es seit dem 7. Oktober 2023 zunehmend schwerzufallen, besonnen über den Nahostkonflikt zu sprechen. Wo Räume für Trauer und offenen Austausch nötig wären, kommt es zu weiterer Polarisierung und Entfremdung.
Diese Entwicklung ist Anlass des Trialog-Projektes. Hierbei gehen ein Mensch mit palästinensischem und ein mit jüdisch-israelischem Hintergrund gemeinsam in Schulklassen, um eben jene Räume des (emotionalen) Austauschs zu öffnen. Dabei führen sie keinen Dialog vor der Klasse, sondern binden die Gruppe als dritte Perspektive mit ein – so entsteht der Trialog.
Vor Beginn der anderthalbstündigen Veranstaltung erarbeiteten die Schüler*innen zusammen mit Herrn Brokopf Gesprächsregeln für ein respektvollen Miteinander – eine Aufgabe, die sich als Selbstläufer erwies. Ferner wurden Fragen gesammelt, die sich den Jugendlichen im Vorfeld der Veranstaltung ergaben. Diese drehten sich vor allem um das Setting und den persönlichen Hintergrund der Trialogpaten: Kann das überhaupt gutgehen? Haben sie wirklich unterschiedliche Perspektiven, wenn sie sich doch schon lange kennen? Spielen die uns was vor?
Fragen, die sich in den folgenden intensiven anderthalb Stunden im Vorbeigehen beantworten.
Das Trialog-Projekt legt den Schwerpunkt auf die Positioniertheit der Teilnehmenden sowie auf Emotionen. So sollten unsere Schüler*innen aus zahlreichen im Raum verteilten Gefühlen wählen, welche der Nahostkonflikt in ihnen hervorruft. Dass dies auch positive Gefühle sein können, zeigten etwa die Trialogpaten, wenn sie sich glücklich fühlten, dass ihre Angehörigen noch leben.
Aus den persönlichen Geschichten unserer Gäste sowie der beschriebenen Emotionsrunde entspann sich ein Gruppengespräch, in dem die Jugendlichen zahlreiche Fragen stellten und teilweise unterschiedlich beantwortet bekamen. Ein in der Tat etwas redelastiges Format, das langes Stillsitzen voraussetzt, doch nur wenige Schüler*innen machten von der Möglichkeit Gebrauch, zwischendurch den Raum zu verlassen. Und als es klingelte, blieben alle sitzen, um die Veranstaltung geordnet zu Ende zu bringen.
Text: K. Brokopf
Bild: OpenAI DALL·E 3.
