GK Geschichte Q3 – „Über Geschichte stolpern 

Im Dunklen traf sich der Grundkurs Geschichte des 13. Jahrganges dieses Mal nicht im Unterrichtsraum, sondern an der Bushaltestelle Predigergarten. Um das Semesterthema „Nationalsozialistische Gewaltherrschaft“ abzuschließen, schickte uns die Kursleiterin auf historische Spurensuche: Wir sollten Stolpersteine ausfindig machen.  

Stolpersteine sind kleine Denkmäler, die im Boden eingelassen wurden, um an deportierte und ermordete Opfer während der Nazizeit zu erinnern. Wir fanden Stolpersteine vor der Schönwalder Straße 13/14 und haben anschließend recherchiert: Was passierte eigentlich in Spandau zwischen 1933 – 1945?  

Wir fanden heraus, dass Geschichte direkt vor unserer Haustür stattfand und gar nicht so weit entfernt ist, wie wir denken. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die SA – die Schlägertruppe der NSDAP – auch Spandauer als Mitglieder hatte? Sie zündeten 1938 die Synagoge in Spandau an und errichteten in der Nähe des Rathauses ein sogenanntes „wildes KZ“. Außerdem gab es in der Nähe unserer Schule einen Teil der Siemensfabrik, in dem Zwangsarbeitende schuften mussten und in Haselhorst sogar ein Außenlager des KZ Auschwitz. Auch die Zitadelle spielte historisch eine Rolle, hier forschte das Heereswaffenamt an Nervengasen. Betrachtet man also die Geschichte des Ortes, an dem man wohnt, stellt man schnell fest: Das ist die alltägliche Geschichte von Spandauer*innen wie uns und die Geschichte davon, wie die nationalsozialistische Herrschaft Leben zerstörte.  

Uns mit der Geschichte von Menschen wie Arthur und Elsa Hannes zu beschäftigen – den Jüd*innen, die aus der Schönwalder Straße deportiert wurden – zeigt uns das, wie ihre Existenz unsere heutige beeinflusst und dass wir uns für ein „Nie wieder!“ aktiv einsetzen müssen, um nationalsozialistische Gewaltherrschaft immer wieder zu verhindern. 


Text: Schüler*innen des GK Geschichte und Kursleiterin J. Modde
Fotos: J. Modde