Der Geschichtsgrundkurs von Herrn Kieß hat im Oktober einen Exkursionstag gemacht. Zwei Kursteilnehmer berichten:

Besuch des Dokumentationszentrums der „Topographie des Terrors“

Es war Dienstag früh. Die Sonne schien, der Himmel war so gut wie gar nicht von Wolken bedeckt und nahezu der ganze Kurs war relativ aufgeregt wegen der Exkursion. Fast alle hatten gute Laune. Doch vor diesem Besuch hätte ich mir einen drastischeren Stimmungswechsel nicht vorstellen können. Bevor ich weiter den Tagesablauf beschreibe, werde ich kurz erklären, was die „Topographie des Terrors“ überhaupt ist. Die Topographie des Terrors steht heute auf dem Fundament der ehemals wichtigsten Zentrale des nationalsozialistischen Terrors. Von 1933 bis 1945 stand dort das Geheime Staatspolizeiamt samt eigenem Gefängnis. Zusätzlich war das eine der Hauptposten der Schutzstaffel (SS) und des Sicherheitsdienstes (SD). Vor Ort wurden Häftlinge verhört, gefoltert und getötet.

Zurück zur Exkursion: Je näher wir uns der Ausstellung nährten, desto bewölkter und kälter wurde es. Im Nachhinein ein sehr passender Atmosphärenwechsel, wie ich finde. Spätestens kurz nach dem Beginn der Rundführung über das Gelände,merkte ich, dass diese Exkursion alles andere als unterhaltsam wird wie eine übliche Exkursion. Anstatt von positiven und tollen Erfahrungen, die im 20. Jahrhundert erlebt worden waren, wurde uns gezeigt, wie damals mit ,,andersorientierten” Menschen umgegangen worden ist. Und das auf eine sehr detaillierte Art und Weise. Von der Planung eines Genozids bis zur Entsorgung der Leichname war alles dabei. Nach der einstündig Rundführung wurden wir entlassen und verließen gemeinsam das Gelände. Und wie schon erwähnt: alle aus dem Kurs hatten spätestens jetzt kein Lächeln mehr im Gesicht. Noch nie habe ich so einen drastischen Stimmungswechsel eines ganzen Kurses innerhalb einer Stunde miterlebt.

Mit Informationen von:

https://www.topographie.de/topographie-des-terrors/

Bild und Text von Luca Ziobrowski

Besuch der Ausstellung: Die wilden 20er

Am 06. Oktober 2020 machte unser Geschichte-Grundkurs eine Exkursion zu zwei Ausstellungen.

Die zweite Ausstellung, die wir besuchten, hieß „Die wilden 20er – Nach(t)leben einer Epoche“ und wurde von der Berliner Volksbank bereitgestellt. In dem Titel befindet sich ein interessantes Wortspiel. Die Ausstellung zeigt Kunstwerke, welche das Nachtleben der 20er Jahre darstellt. Jedoch ist das Besondere daran, dass sie alle von späteren Generationen ab 1970 bis in die Gegenwart fertiggestellt wurden. Als wir dort nach der ersten Ausstellung und einer kleinen Mittagspause ankamen, rechnete trotz vorheriger Anmeldung niemand mit uns, da wir für einen anderen Tag eingetragen wurden. Aufgrund der Coronaregeln konnten wir deshalb leider nicht gemeinsam in die Ausstellung und Herr Kieß musste draußen warten, bis einige Schüler fertig waren. Zwar wurde online bereits erwähnt, dass es sich um eine „kleine aber feine“ Ausstellung handelt, jedoch hatte keiner von uns mit so einem kleinen Umfang gerechnet. Es waren leider nur Kunstwerke ausgestellt und nicht wie erhofft auch Kleidungsstücke oder Ähnliches, welche uns die Zeit näher hätten bringen können. Insgesamt waren wir vom Umfang der Ausstellung relativ enttäuscht und hatten uns mehr zu sehen erhofft. Es gab zwar das eine oder andere Kunstwerk, welches relativ beeindruckend war, aber dann auch nur ein kleiner Einblick aus dieser Zeit und kein „Original“ war.

Karl Lagerfeld, Christy Turlington, 1992

Besonders Karl Lagerfelds Werke bezogen sich häufig auf die 20er Jahre, wie auch die abgebildeten. Wer nun Interesse hat, diese Ausstellung trotzdem zu besuchen, kann dies noch bis zum 13. Dezember 2020 tun. Für Schüler bis 18 Jahren ist der Besuch kostenlos, jedoch für Erwachsene kostenpflichtig (3-4 €).

Clemens Gröszer, Triptychon Café (Café Einstein), 2007-2011

Interessanterweise wurden Berühmtheiten wie Karl Lagerfeld und Udo Lindenberg in diese (oben angeführte) spezielle dreiteilige Darstellung einer wilden 20er Jahre Nacht integriert. Vielleicht werdet ihr ja sogar fündig? Auch besonders anzumerken sind hier der alte, arme Mann und das zerstörte Gebäude im linken Bild, welche auf die Nachkriegszeit und die eigentliche Armut hinweisen sollen, die in den 20er Jahren unverändertem in Berlin herrschte.

Bilder und Text von Chiara Schneider