Bildungsziel verfehlt? So titelte der Tagesspiegel am 11.01.2019. Am Vortag hatte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die dramatischen Ergebnisse des Mittleren Schulabschlusses sowie der Erweiterten Berufsbildungreife bekannt gegeben. Demnach blieb berlinweit jeder zehnte Schulabgänger (10,96%) ohne Abschluss. In den Spandauer Sekundarschulen war es sogar fast jeder achte (13,37%). Erfreulicherweise steht die Heinrich-Böll-Oberschule deutlich besser da: hier blieben nur 9,74 % der Schulabgänger ohne Abschluss.

Diese guten Ergebnisse können sicherlich auf ein hoch qualifiziertes und sehr engagiertes Kollegium zurückgeführt werden. Momentan unterrichten 105 Lehrkräfte, davon 21 Quereinsteiger*Innen, drei Kolleg*Innen aus dem Programm „Unterrichten statt …“ sowie sechs Lehrkräfte ohne volle Lehrbefähigung an der Heinrich-Böll-Oberschule. Die Einbeziehung und Qualifizierung der Quereinsteiger*Innen begann bereits im Jahr 2013. Zum damaligen Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass die Schule nicht mehr in vollem Umfang auf herkömmlich ausgebildetete Referendare und Lehrkräfte wird zurückgreifen können. Mit Weitsicht begann die Ausbildung von Quereinsteiger*Innen. So kann die Schule heute nicht nur auf nahezu 100% Personalausstattung, sondern vor allem auf Lehrkräfte mit hervorragenden fachlichen und pädagogischen Kompetenzen zählen.

Der von einigen Parteien hergestellte Zusammenhang zwischen der Anzahl der Quereinsteiger*Innen, der Unterrichtsqualität und den Schulabschlüssen erscheint daher wenig differenziert.

(Von K. Thalemann)